Fachkräftemangel im HLKS-Handwerk: Warum klassische Stelleninserate nicht mehr reichen
Wer heute in der Schweiz eine Stelle als Heizungsmonteur, Sanitärinstallateur oder Kältetechniker ausschreibt, kennt das Problem: Auf ein Inserat kommen oft null bis zwei brauchbare Bewerbungen, und die Suche zieht sich über Monate. Der Fachkräftemangel im HLKS-Bereich (Heizung, Lüftung, Klima, Sanitär) ist längst keine Randnotiz mehr, sondern für viele Betriebe der grösste Wachstumshemmer überhaupt.
In diesem Artikel zeigen wir, woran das liegt und mit welchen konkreten Massnahmen KMU aus dem Handwerk trotzdem wieder planbar Mitarbeiter finden.
Warum der Fachkräftemangel im Handwerk so gross ist
Mehrere Entwicklungen verstärken sich gegenseitig:
Demografischer Wandel: Viele erfahrene Monteure gehen in den nächsten Jahren in Pension, gleichzeitig entscheiden sich zu wenige Jugendliche für eine Lehre im Sanitär- oder Heizungsbereich.
Imageproblem der Branche: Handwerksberufe gelten bei jungen Menschen oft als wenig attraktiv, obwohl die Verdienstmöglichkeiten und Entwicklungschancen real sehr gut sind.
Wachsende Nachfrage: Wärmepumpen-Förderungen, Sanierungspflichten und der Umbau der Heizsysteme in der Schweiz sorgen für mehr Aufträge, aber nicht automatisch für mehr Personal.
Klassische Rekrutierung wirkt nicht mehr: Ein Inserat auf Jobplattformen erreicht kaum noch passive Kandidaten, also Personen, die zwar gute Monteure wären, aber gerade nicht aktiv auf Stellensuche sind.
Genau dieser letzte Punkt ist entscheidend: Über 80 Prozent der wechselwilligen Fachkräfte suchen nicht aktiv, sind aber offen für die richtige Ansprache. Wer diese Zielgruppe erreichen will, muss dort präsent sein, wo sie sich ohnehin aufhält, nämlich auf Social Media.
7 Massnahmen, mit denen HLKS-Betriebe wieder Mitarbeiter finden
1. Zeigt euren Betrieb von innen
Kandidaten wollen wissen, wie der Arbeitsalltag wirklich aussieht, wer das Team ist und welche Fahrzeuge und Werkzeuge im Einsatz sind. Ein kurzes, authentisches Video vom Baustellenalltag wirkt glaubwürdiger als jedes Hochglanzinserat.
2. Sprecht die Zielgruppe dort an, wo sie ist
Statt nur auf klassischen Jobbörsen zu inserieren, lohnt sich gezielte Werbung auf Instagram, Facebook und TikTok. Genau dort verbringen auch handwerklich interessierte 20- bis 40-Jährige ihre Zeit, auch wenn sie gerade nicht aktiv suchen.
3. Macht den Bewerbungsprozess so einfach wie möglich
Ein langes PDF-Formular oder ein kompliziertes Bewerberportal schreckt gerade handwerklich orientierte Kandidaten ab. Ein kurzer Kontakt per WhatsApp oder ein Formular mit drei Feldern senkt die Hürde spürbar.
4. Nutzt eure eigenen Mitarbeiter als Botschafter
Ein ehrliches Statement eines bestehenden Monteurs, warum er gerne im Betrieb arbeitet, überzeugt potenzielle Bewerber oft mehr als jede Stellenbeschreibung.
5. Zeigt Entwicklungsperspektiven auf
Weiterbildung zum Chef Monteur, Vorarbeiter oder Projektleiter: Wer klar aufzeigt, wohin die Reise gehen kann, gewinnt auch ambitionierte junge Fachkräfte.
6. Reagiert schnell
Bewerber, die sich für mehrere Betriebe gleichzeitig interessieren, entscheiden sich häufig für den Arbeitgeber, der zuerst und persönlich zurückmeldet. Eine Rückmeldung innerhalb von 24 Stunden ist im aktuellen Markt fast Pflicht.
7. Denkt in Kampagnen, nicht in Einzelinseraten
Ein einzelnes Inserat verpufft meist nach wenigen Tagen. Wer kontinuierlich sichtbar ist, zum Beispiel mit wiederkehrenden Video-Kampagnen über mehrere Wochen, baut eine echte Bewerberpipeline auf, statt bei jeder offenen Stelle wieder bei null anzufangen.
Fazit: Mitarbeitergewinnung im Handwerk braucht ein Umdenken
Der Fachkräftemangel im HLKS-Bereich verschwindet nicht von allein. Betriebe, die weiterhin nur auf klassische Inserate setzen, werden auch in Zukunft lange Vakanzen und teure Personalengpässe erleben. Wer dagegen früh auf moderne, videobasierte Mitarbeitergewinnung setzt und die eigene Zielgruppe dort abholt, wo sie tatsächlich ist, sichert sich einen klaren Vorteil im Wettbewerb um die besten Köpfe.
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